Randalierer in unserem Garten…

Der mir Angetraute und ich haben aus unserem Garten ein schönes Fleckchen Erde gemacht. Wir verhehlen unseren Stolz darauf nicht. Aber da gibt es doch immer wieder Individuen, die das Ganze zunichte machen wollen. Eklige Nacktschnecken, die unser Gemüse lochen, werden von uns in abendlichen Taschenlampen-Spaziergängen rigoros eingesammelt und entsorgt. Hinterhältige Tauben, die die ganz zarten Kohlkeimlinge aus dem Beet herauspicken, werden mit Netzen vom jungen Gemüse ferngehalten. Es ist ein ewiger Kampf…

Aber es gibt da auch Randalierer, denen wir nicht böse sein können – die wir gewähren lassen. Wenn das Igelpärchen im herrlich blühenden Polsterphlox rammelt, ist danach von dem schönen Blütenteppich nicht mehr viel über. Aber für kleinen Igelnachwuchs nehmen wir das in Kauf.

Andere Vandalen fallen über unsere Sonnenblumen her und zerfetzen eine Blüte nach der anderen, um an die offensichtlich sehr begehrten Sonnenblumenkerne zu kommen. Da kommen Meisen, ein Rotköpfiger mit weißem Kragen, dessen Artbezeichnung wir nicht kennen, ein Gelbbäuchiger und eine Gang von Sittichen, die mit Riesengeschrei eine Sonnenblumen-Party bei uns feiern. Der Boden unter den Sonnenblumen knirscht von leeren Schalen.

Stumme Faszination hat auch ein fast Handteller großer Schmetterling bei uns ausgelöst – auch wenn er die filigranen Cosmeablüten mit seinem Gewicht reihenweise abgeknickt hat.

Kai-Uwe und seine Frau – unsere Lieblingsamseln – lieben es, den Rindenmulch, den wir in diversen Beeten und auf Baumscheiben akkurat austeilen, zu durchwühlen und hinter sich zu werfen, um zu sehen, ob sich nicht irgendetwas Spannendes darunter befindet. Das Ende vom Lied: Rindenmulch auf dem Rasen, wilde Haufen oder kahle Erde in den Beeten…

Auch immer wieder ein Quell der Freude ist ein Eichhörnchen, das uns regelmäßig besucht. Es scheint fast, als sucht es nicht nur Nahrung in unserem Garten, sondern auch Herausforderungen. Mit dem Eichhörnchen-Restaurant ist es nicht mehr ausgelastet. Die dort angebotenen Walnüsse versteckt der kleine Nager an den unmöglichsten Plätzen. Zum Beispiel in einer Säuleneibe, im Schnittlauchtopf oder im Kopfsalat, also im Salatkopf!

Im Frühling hat das kleine Biest diverse Male im Vogelhäuschen gesessen und den armen Piepmätzen die Körnchen weggefressen. Man muss dazu sagen, dass das Eichhörnchen größenmäßig eigentlich gar nicht in das Vogelhäuschen passt, aber trotzdem quetscht es sich da hinein und mümmelt in aller Ruhe minutenlang das Vogelfutter weg. Jetzt letztens hat es uns aber wirklich überrascht. In einer turnerisch sehr beeindruckenden Vorstellung ist es kopfüber eine Metallkette auf ein kleines im Wind schaukelndes Dach geklettert, um an den darunter baumelnden Meisenknödel zu gelangen. Die einzige ‚Stütze’ bei dem Unterfangen stellte ein im Wind sich biegender Bambusstrauch dar. Das Eichhörnchen klammerte sich also mit den Hinterfüßen breitbeinig an zwei Bambustrieben, hielt sich mit den Vorderfüßen an dem schaukelnden Meisenknödel fest und versuchte, die Körnchen aus dem Knödel zu knabbern. Der Schwanz diente wechselweise als Ruder und als zusätzliche Klammerhilfe. Es war ein Bild für die Götter. Es hat erst aufgegeben, als der Knödel in dem Netz so klein wurde, dass es sich nicht mehr festhalten konnte.

Jetzt denken wir über weitere Herausforderungen für ‚Eichi’ nach 😉

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