Dieses mysteriöse Doppelleben

hat jetzt so langsam ein Ende. Jetzt bin ich wieder fast so normal wie VORHER – also vor dem Großgrundbesitzerdasein. Einige Wochen lang – mit kleineren Unterbrechungen – war ich die Handwerkerin in fleckiger Hose, leuchtend gelber Jacke, zerzausten und meist mit Farbe verklebten Haaren. Die wenigen Tage Bibliotheksaufenthalt zwischendrin waren wie ein Aufenthalt im All – mysteriös und unwirklich. Ich hätte nie gedacht, dass ich meine – eigentlich geliebte – Bibliothek so schnell aus meinem Herzen drängen kann und diese schmutzige, laute, meistens mit Schmerzen und Kälte verbundene Baustelle einen so großen Platz in meinem Herzen einnimmt, dass mir mein Arbeitsplatz komisch vorkommt.

Immer, wenn ich zwischendurch zur Bibliothek musste, bin ich mir verkleidet und wie ein Hochstapler vorgekommen und nicht, als würde ich diesen Job routiniert seit 17 Jahren abreißen. Seltsam, oder? Seit Anfang des Jahres bin ich wieder voll ins Büchereileben eingestiegen und dieses Gefühl des Doppellebens verwässert mehr und mehr.

Die volle Routine hat sich zu Hause noch nicht richtig eingestellt, so zum Beispiel das Herausfinden des besten Arbeitsweges, der einen pünktlich zur Arbeit erscheinen lässt. Sowohl der mir Angetraute als auch ich sind am ersten Arbeitstag zur spät erschienen. Das ist für uns beide extrem unüblich und deshalb irgendwie doppelt so peinlich. Aber auch das pendelt sich bestimmt noch ein.

Unsere Handwerkertätigkeiten können wir nur noch am Wochenende ausüben, da abends in der Woche kaum Zeit bleibt zu essen und eine halbe Stunde zu entspannen. Also wird die Woche über eine Liste erstellt, was am Wochenende alles erledigt werden muss. Und die Erledigung der Liste macht uns dann nach wie vor unglaublichen Spaß und nachher sind wir stolz auf das Geschaffte.

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2 Antworten to “Dieses mysteriöse Doppelleben”

  1. Um den Bogen zur Bibliothek zu schlagen: Habt Ihr auch „Der Spion, der aus der Kälte kam“? War doch auch irgendetwas mit Doppelleben, oder so… 😉

  2. …wenn ich da an meinen Kommentar vom 8. September zurück denke, stelle ich fest, das „frierend im Garten sitzen“ und sich trotzdem mit einem „Strahlen im Gesicht in die Augen schauen“, in den letzten Wochen häufig passiert ist und ich darüber noch genauso glücklich bin, wie beim ersten Mal!

    Unterschied: Jetzt können wir danach ins Wohnzimmer gehen und uns am offenen Feuer des mittlerweile funktionstüchtigen Kaminofen wieder aufwärmen!! 🙂

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