Kaffee im Pappbecher

Was ist das für ein jetzt schon ziemlich lang anhaltender Trend, seinen Kaffee morgens (bei ganz hartnäckigen Vertretern auch zu anderen Tageszeiten!) auf dem Weg zur Arbeit aus einer Schnabeltasse aus Pappe zu schlürfen? Dass immer mehr der täglichen Nahrungsaufnahme auf die Strasse verlagert wird, ist meiner Meinung nach eh schon eine unangenehme Entwicklung, aber dieser Hype um den „Coffee to go“ ist schon ziemlich grenzwertig, finde ich. Überhaupt: Wie man das „Ding“ so nennen kann, entlockt mir manchmal ein Schmunzeln: Kaffee zum Mitnehmen ist der nachvollziehbarste Name, aber es geht auch anders!!!! Hier eine kleine Auswahl der mir bekannten Synonyme: Coffee-to-go, Kaffee for take away und mein absolutes Highlight: Kaffe Togo – so gesehen auf einer handgeschriebenen Tafel eines Kiosks.

Letztens bei Tschibo lernte ich dann noch das Gegenteil des Begriffes kennen: „Möchten Sie den Kaffee zum Mitnehmen?“ – „Nein, zum hier Essen!“ Alles klar…….

Warum nuckelt man seinen Morgenkaffee aus einem Plastikbecher in der U-Bahn? Auffällig ist, dass es größtenteils junge Frauen oder junge Bankertypen sind, die diesen Becher wie eine Art Accessoire bei sich tragen. Was drückt man damit aus? Ist es ein Zeichen dafür, dass man keine Zeit zum in Ruhe Frühstücken hatte, weil man ja sooo im Stress ist? Oder dass man gut situiert ist, sich also jeden Morgen einen schweineteuren „Latte Macchiato dubble shot Vanille mit fettarmer Milch“ leisten kann? Oder ist dieser Trend einfach aus „Sex and the city“ und ähnlichen Serien zu uns rübergeschwappt und man will so sein wie ….äh, wie heißt doch gleich die Manolo-Blanes-Trägerin?

Natürlich gibt es auch Freaks unter den Kaffe-Togo-Typen: Nämlich die, die sich den Kaffee in eine silberne Isoliertasse füllen lassen!!!!! Diese Menschen sind für mich auch ein Höhepunkt der morgendlichen Bahnfahrt….

Menschen, die Charlys Tante persönlich kennen, mögen jetzt anbringen, dass jemand der keinen Kaffee trinkt – also auch keinen zu Hause aus einer Porzellantasse – da einfach nicht mitreden kann. Mag sein! Erklärt mir Eure Welt, liebe morgendliche Pappschnabeltassen-Träger!

Advertisements

5 Antworten to “Kaffee im Pappbecher”

  1. Kaffee aus dem Pappbecher? Was soll man da schon sagen: „Eure Armut kot%t mich an“, und schön weiter aus dem echten Meißen-Tässchen schlürfen… 😉

  2. leider kann ich die oben gestellten Fragen nicht beantworten, hat wohl was mit „Zeitgeist“ und trendy sein wollen zu tun. In meiner Stadt sind die Jungs und Mädels morgensfrüh eher bierflaschennuckelnd unterwegs. Da ist der Anblick der KaffeetrinkerInnen doch angenehmer, wenn auch befremdlich. Ich stell jetzt auch ne Frage: Ist der „teatogo“ eine lukrative Marktlücke?

  3. Gegen einen Coffee to Go ist doch nichts einzuwenden. Ich vermute viel eher, dass es sich dabei auch zum Teil an dem Hype um die Vollautomaten dreht. Es kann sich ja nicht jeder so einen Automaten leisten. Oder es fehlt dafür der Platz in der Küche. Und seien wir doch mal ehrlich: Der Kaffee aus einem guten Vollautomaten ist einfach unschlagbar!
    Außerdem kann es doch auch ganz angenehm sein, einfach durch die Stadt zu schlendern und dabei leckeren Kaffee zu schlürfen.

  4. Hallo Charliestante, zu diesem Beitrag muss ich jetzt auch einfach mal meinen Kommentar loswerden. Ich verstehe garnicht wie man sich so über die Schnabelcoffeetogotakeawaytrinker aufregen kann?! Leben und leben lassen! Denke ich mir! Ich – selbst leiderprobte Bahnfahren des täglichen Lebens- finde es ab und an einfach schön, während der Fahrt, bei der man umgeben von teilweise unangenehm riechenden, lauten, lärmenden, oder sonst einfach komischen Leuten ist, einen Morgenkaffee zu trinken. Ob aus einem Pappbecher oder auch einer Thermotasse – egal. DAS jedenfalls macht weder Lärm noch hat es sonst einen Nachteil für die Mitreisenden. Ganz im Gegenteil von nach Schweiß stinkenden oder – fast noch schlimmer – Musik-in-Diskothekenlautstärke-Hörenden Menschen, die einem den letzten Nerv rauben können. Und das in aller Herrgottsfrühe! Ein Hoch auf den Kaffee To Go!

  5. charlystante Says:

    @Sabine: Natürlich kann man mit dem Finger auf noch viel seltsamere Menschen zeigen, die man morgens am Bahnhof oder in der Bahn trifft. Mich nerven zum Beispiel auch die, die lautstark am Handy ihre neuesten Bettgeschichten mit der Freundin/dem Freund austauschen. Da vermute ich den Wunsch nach Erzielung einer gewissen Aufmerksamkeit der Umwelt. Was mich halt beim Lesen meiner Zeitung stört…
    Die Kaffee-aus-Pappe-Schlürfer sind da das kleinere Übel, da sie mich nicht belästigen, ganz recht. Aber komisch ist dieser Trend trotzdem. Trink doch Deinen Kaffee ganz gemütlich zu Hause am Frühstückstisch. Das ist jedenfalls mein Weg – auch wenn es, wie bereits erwähnt, bei mir kein Kaffee ist.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: