Es schneit wieder im Blog! Vielleicht bekommen wir auch wieder weiße Weihnachten!
Ein perfekter Tag
Veröffentlicht in Dies und Das mit den Tags leckeres Essen, perfekter Tag am 8. November 2011 von charlystanteSonne, 12 Grad, ein perfekter Herbsttag. Das beste daran: Ich habe frei! Nach gemütlichem und ausgiebigem Frühstück habe ich blutrotes und goldgelbes Laub von der Wiese geharkt und den großen Haufen über das Igelhäuschen geworfen. Dann stand eine Heavy-Cream auf der To-Do-Liste. Ich hatte nämlich die wahnwitzige Idee, warme Schokoküchlein mit Vanilleeis zum abendlichen Nachtisch zu servieren. Die Creme ist die Grundmasse für das Eis. Das ist schnell erledigt und schon steht die Masse im Kühlschrank zum Vorkühlen.
Jetzt noch eben im Supermarkt kleine Leckereien für die Martinskinder kaufen, die heute Abend singend vor der Tür stehen. Mit dem Fahrrad durch den sonnigen Herbst zu radeln, steigert meine eh schon gute Laune ins nahezu Unermessliche.
Während das Abendessen schon auf dem Herd steht, versuche ich meine Lavendel-Ernte zu „dreschen“. Es ist schwieriger als gedacht, die getrockneten Blüten von den Stängeln zu bekommen. Aber letztendlich bleibe ich Sieger. Die Blüten werde ich in hübsche kleine Säckchen verpacken, die man dann zwischen die Wäsche legen kann. Ein nettes kleines Mitbringsel für spontane Einladungen.
Als mein mir Angetrauter hungrig von der Arbeit kommt, gibt es Kartoffelpüree aus eigenem Anbau, Sauerkraut aus eigener Herstellung und Kassler. Und dann wartet ja noch das Dessert!!!
Himmlisch! So sieht ein perfekter Tag für Charlies Tante aus.
Wilde Tiere…
Veröffentlicht in Der Traumgarten mit den Tags Hühner, Jagd am 16. August 2011 von charlystanteCharlies Tante lebt mit einem Mann zusammen, der vor zwei, drei Jahren noch beim Entdecken einer Spinne in unserer Stadtwohnung einen mittleren Herzinfarkt bekommen hat, dann den Staubsauger geholt und das Saugrohr auf maximale Länge geschoben hat, um das Untier aus der größtmöglichen Entfernung einzusaugen. Am liebsten hätte er – natürlich nach langer „Trocken“-Saugphase – das Monster durfte ja auf keinen Fall aus dem Sauger krabbeln – den Beutel mit einem Knüppel traktiert. Das habe ich ihm aber verboten.
Nun leben wir seit anderthalb Jahren in einem alten Haus auf dem Land, in dem Spinnen, besonders in unserem geliebten Schuppen, zur Tagesordnung gehören. Diese Konfrontationstherapie hat volle Wirkung gezeigt. Spinnen und ihre Weben sind kein Thema mehr. Auch die Arbeit im Garten hat Charlies Onkel, der auf Insektenstiche stark allergisch reagiert, zum Freund von neben ihm summenden Bienen und Hummeln gemacht. Früheres hektisch Umsichschlagen gehört der Vergangenheit an.
Gestern nun überraschte mich mein mir Angetrauter mit einer Geschichte, die eine ganz neue Qualität in Bezug auf wilde Tiere hat. Er kam von der Arbeit nach Hause und hörte schon vor dem Haus seltsame Geräusche im Garten. Ein Blick aus dem Küchenfenster in den Garten verriet nicht die Quelle. Erst beim Gang in den Garten entdeckte er ein schwarzes Etwas, der das wild schreiend hektisch durchs Gemüsebeet sprang. Erst beim mutigen näheren Hinsehen, entpuppte sich das Ding als ein schwarzes Huhn! Der Nachbar zur Linken hält seit einiger Zeit italienische Hühner. Von denen schien eines ausgebüxt zu sein. Also: Jagd auf das Federvieh! Leider weilte ich derzeit noch auf der Arbeit, so dass ich Schauspiel, dass sich dann ereignete, verpasst habe! Ein circa EinMeterNeunzig-Mann läuft in grossen Sprüngen hinter einem wild flatternden Hühnchen her, das aber immer flinker als sein Verfolger im Garten Haken schlägt. Der Nachbar zur Rechten bietet einen Teichkescher als Waffe an. Erfolglos. Das Huhn ist zu groß für den Kescher. Im Schuppen haben wir noch ein Netz zum Schutz von Blaubeeren vor Vogelfraß. damit geht es vielleicht! Der mittlerweile herbei gerufene Hühnerbesitzer – an die siebzig Jahre alt – beteiligt sich an der wilden Hetzjagd. Aber auch er bleibt ohne großes Glück. Ich stelle mir jetzt noch bildlich vor, wie ein kleiner alter Mann und ein großer Mann mit weit ausgebreitetem Netz in den Händen kreuz und quer durch den Garten hetzen, um ein völlig verängstigtes Hühnchen zu fangen. Irgendwann haben sie es in die hinterste Ecke gejagt; es versucht noch, durchs Gartentor auf den dahinterliegenden Weg zu entkommen. Aber es bleibt im Tor stecken! Nun greift der Hühnervater beherzt zu und der Spuk ist vorbei.
Als mein Großwildjäger mir die Geschichte dann abends erzählt, bin ich schon stolz auf ihn. Dieser so handfeste, handwerklich begabte und auch sonst nicht zimperliche Kerl wird noch ein Waldläufer, der mit der Natur nicht mehr auf Kriegsfuß steht. Ich liebe ihn dafür noch mehr.
Aber ich hätte es so gerne miterlebt! UND: Ich hatte noch gehofft, dass solche Hühner im Angstzustand vielleicht Eier legen. Aber nix!
Gartenfreuden
Veröffentlicht in Der Traumgarten mit den Tags Gartenoase, Igel, Sonnenblumen am 20. Juli 2011 von charlystanteWie kann man es jemandem begreiflich machen, der keinen Garten hat? Mein Garten ist für mich eine wahre Oase. Jeden Abend, den ich müde von der Arbeit komme, drehe ich – nachdem ich die Büroschuhe gegen Schlappen gewechselt habe – meist zusammen mit dem mir Angetrauten eine Runde durch unseren Garten.
Wir schauen uns an, was alles seine Blüten geöffnet hat, wo das Unkraut schießt, was mal wieder beschnitten werden muss, ob man was ernten kann.
Es gibt immer was zu tun; es ist jeden Abend anders, jedenfalls zu dieser Jahreszeit.
Diese Faszination, dass aus einem nicht mal ein Zentimeter großen Samenkorn innerhalb von zwei Monaten eine über drei Meter große Sonnenblume mit tellergroßer Blüte wächst, die erst von Bienen und Hummeln bevölkert – ja man kann fast sagen vergewaltigt – und dann von Spatzen, Amseln und anderen kleineren Vögeln Kern für Kern ausgepickt wird.
Oder diese kindliche Freude, wenn wir in der Dämmerung einen Igel durchs Gemüsebeet tappen sehen, der sich ungeachtet von unserer Anwesenheit quer durch den Garten aufmacht, um dicke Schnecken zu vertilgen. Er scheint im Stroh unter unseren (zum zweiten Mal in diesem Jahr!!) blühenden und tragenden Erdbeerpflanzen zu wohnen.
Emil
Veröffentlicht in Bibliotheksalltag mit den Tags Emil, seltsame Kunden am 5. Juli 2011 von charlystanteEin ganz normaler Tag in einer Bibliothek ist halt nicht normal. Man trifft immer wieder auf Menschen, die einen überraschen! Aber macht das nicht auch den Reiz dieses Jobs aus?
Ich bin auf dem Weg von der Ausleihtheke durch den ersten Stock der Bibliothek zu meiner wohlverdienten Mittagspause. Eine junge Frau spricht mich an, ob ich ihr Geld für den Kopierer wechseln kann und wedelt mit einem 20-Euro-Schein. „Oh, verzeihen Sie, ich habe das Wechselgeld gerade nicht bei mir, bei der Kollegin dort an der Information gibt es eine Wechselkasse!“ entgegne ich ihr. Ich mache mir gedanklich eine Notiz, dass dringend der Bauchladen angeschafft werden muss, der mit Wechselgeld, Briefumschlägen, Lochern, Tackern, verbotenen Erfrischungsgetränken und allem, was Kunden in einer Bibliothek fortwährend benötigen, ausgestattet ist. Ich muss dann nur noch einen Mitarbeiter finden, der damit durch die Regale läuft und die Kunden damit beglückt
)
Ich habe fast die rettende Tür erreicht, da spricht mich ein Herr fortgeschrittenen Alters an: „Haben Sie Emil?“ „Äh, wie bitte?“ „Emil?“ Er lächelt mich an. “ Ichweiß nicht genau, was Sie suchen, welchen Emil?“ In so einem Moment gehen einem tausend Dinge durch den Kopf: Emil Nolde, der Künstler?, Emil Steinberger, der Kaberettist?, Emil und die Detektive? „Haben Sie Emil?“ Er wiederholt den Namen Emil mehrfach, was nicht zur Klärung des Problems beiträgt. Seine Stimme wird verzweifelter. Hat er seinen Sohn Emil in der Bibliothek verloren? „Emil, Emil?!“ „Ich verstehe leider nicht!“ Sage dann aber, um seiner Verzweiflung entgegen zu wirken: „Wir haben bestimmt, was Sie suchen! Um welches grobe Thema geht es?“ Er schreit fast: “ Na, Computer!“ Computer?!? Ein Programm namens Emil???? Kenn ich nicht… Dann schwant mir etwas: „Sie möchten unsere E-MAIL-Adresse?“ “ Ja, Emil von Bibliothek“ Alles klar, nichts leichter als das. Mit einer Visitenkarte der Bibliothek ausgestattet trottet er zufrieden davon. Mir ist heiß… und meine Pause habe ich mir jetzt richtig verdient.
Verschlafene Engel
Veröffentlicht in Die weite Welt mit den Tags Autopanne, Engel am 18. März 2011 von charlystanteKleines Postscriptum zum vergangenen Wochenende: Der Turbolader war nicht kaputt, es hatte sich nur ein Schlauch gelöst. Der gelbe Engel, der uns Samstag/Sonntag-Nacht zur Hilfe „geeilt“ war, hatte das wohl in seiner Verschlafenheit übersehen…
Schlafen Engel?
Veröffentlicht in Die weite Welt mit den Tags ADAC, Autopanne, Engel am 13. März 2011 von charlystanteDiese hoch philosophische Frage beschäftigte uns in der vergangenen Nacht um 2 Uhr 30 im Nieselregen bei 8°C irgendwo im bergigen Nirgendwo. Aber von vorne….
Samstag abend, Partyeinladung zum Geburtstag bei Freunden. Da das Geburtstagskind eine Dreiviertelstunde Autofahrt entfernt wohnt, bilden der Bauleiter, seine Frau, mein Angetrauter und ich eine Fahrgemeinschaft. Die Party ist lustig, Essen und Getränke sind reichlich, die Gespräche amüsant. (Liebe Petra: Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, wie ich die Informationen zu meinem ermittelten Aszendenten „Waage“ gewinnbringend und persönlichkeitsfördernd einsetzen soll
)
Kurz nach 1.00 Uhr löste sich die Partygesellschaft auf und drei leicht Angetrunkene und der nüchterne Fahrer setzen sich ins Auto, um die Strecke nach Hause in Angriff zu nehmen. Das Navi zeigt den Weg und gibt eine Dreiviertelstunde Rückfahrt vor. Nach anderthalb Kilometern hören wir dann plötzlich ein seltsames Geräusch am Motor und der Wagen schafft es nicht mehr den Berg rauf. Mein Angetrauter hält den Wagen auf dem Seitenstreifen an und nichts geht mehr. Was tun? Da wir seit Jahren im ADAC versichert sind, liegt es nahe, die gelben Engel anzurufen. Dort versichert man uns Hilfe zu und sagt, dass man versucht, uns innerhalb der nächsten sechzig Minuten einen gelben Engel zu schicken. Eine Stunde warten?!? Na gut, was bleibt uns anderes übrig. Wir stehen also im Nieselregen – übrigens im absoluten Halteverbot – rauchen, scherzen, frieren. Die Reste des mitgenommenen Salates sind unerreichbar für uns – keine Gabel an Bord! Die Zigaretten gehen zur Neige. Ein Polizeiwagen fährt fünfmal in Schrittgeschwindigkeit an unserem warnblinkenden Wagen mit den vier daneben vor Kälte zappelnden Personen vorbei, ohne einmal anzuhalten und nach dem Rechten zu fragen. Freunde und Helfer? Während wir da so rumstehen, kommt ein ADAC-Abschleppwagen vorbei, ohne anzuhalten…. Uns kommen Zweifel, ob die von uns angegebene Adresse, wo wir uns befinden, wirklich richtig ist. Wir schwärmen zu kleineren Erkundungsgängen in die Umgebung aus und stellen fest, dass die weitergegebene Adresse nicht ganz korrekt ist und rufen erneut beim ADAC an. Der nimmt bereitwillig die neue Adresse an und erklärt, dass der benachrichtigte gelbe Engel jetzt gerade in dreißig Kilometer Entfernung aus seinem Bett aufgestanden ist und sich auf den Weg macht. Jetzt erst? Und wieso schlafen Engel eigentlich?
Vierzig Minuten und ein paar Polizeiwagen später kommt ein junger Mann im gelben Auto und fährt nach zehn Minuten wieder, da er den offensichtlich defekten Turbolader nicht reparieren kann. Er verspricht, einen Abschleppwagenfahrer zu schicken. Übrigens: Die Ausstattung eines gelben Engels ist – entgegen den bekannten Fernsehbildern von ihren Einsätzen in riesigen Urlaubsstaus mit Kinderspielzeug etc. – nicht so ausgefeilt: Der hatte nicht mal eine Gabel an Bord!!
Wir ziehen uns ins Auto zurück, hüllen uns in eine Decke und frieren trotzdem. Neben dem unerreichbaren Salat besteht die einzige Verpflegung in diesem Auto ausgerechnet aus Eisbonbons!!! Um nicht zu erfrieren, beschließen wir eine halbe Stunde später, die in der Entfernung leuchtende ARAL-Tankstelle aufzusuchen, uns aufzuwärmen, Kaffee zu trinken, die Toilette zu benutzen. Also rufen wir erneut den ADAC an, um mal nachzufragen, wann denn der Abschleppwagen kommen wird. Leider wird das noch etwas dauern: Der Fahrer ist bereits aufgestanden, hat aber nur den einfachen Abschleppwagen bei sich zu Hause, mit dem man keine vier Personen mitnehmen kann. Also wird er zur Firma fahren, dort den Abschleppwagen abstellen, einen Transporter und einen Autoanhänger beladen und dann sofort zu uns kommen und uns nach Hause bringen. Das kann noch eine Stunde dauern. NOCH eine Stunde?? Naja, was bleibt uns anderes übrig… Wir geben unseren Plan und damit die neue Adresse bekannt.
Wir drehen den Wagen unter Einsatz unseres Lebens auf der Landstraße – wo ist eigentlich die Polizei, wenn man sie mal brauchen kann?!? – und lassen das Auto den Berg bis zur ARAL runterrollen. In Vorfreude auf Heissgetränke und wieder Gefühl in den Zehen, steigt die Stimmung aller Beteiligten. Doch: Das hell erleuchtete blaue (und bestimmt geheizte) Paradies bleibt unerreichbar für uns – nur der Nachtschalter hat geöffnet!!! Die ältere, laut in ihr Headset schnaufende Dame im Paradies hat großes Mitleid mit uns und unserer Situation, kann aber wegen Angst vor Kündigung nicht die Tür für uns öffnen. Das kann doch alles nicht wahr sein!! Also bestellen wir zumindest heiße Getränke, Zigaretten, Schokoriegel und den Toilettenschlüssel. Die Toilette ist zu eng für vier Personen gleichzeitig, aber wir wechseln uns an dem dort installierten Heizkörper ab. Mittlerweile bin ich wieder stocknüchtern, was die Situation nicht einfacher macht. Wie tief bin ich gesunken, um in einer stinkenden, schmuddeligen Zwei-Quadratmeter-Tankstellen-Toilette mit einem Pfefferminztee im Pappschnabelbecher einen Schuh auszuziehen, um den gefühllosen Fuß gegen die Heizung zu drücken?
Auch die seltsamen anderen Besucher in tiefster Nacht an einer Tankstelle im Nirgendwo kann da nur kurzfristig Ablenkung verschaffen – ich erspare Euch die Einzelheiten… Nach einer Stunde telefonieren wir nochmal mit dem netten Herrn Mans vom ADAC – der übrigens Nachtschicht hat und nicht schläft – und fragen beiläufig, wann denn der Abschleppwagen nun zu erwarten sei. Der verspricht, den Fahrer zu kontaktieren und lässt durchblicken, dass der wohl für Orientierungsprobleme bekannt ist…. Zwanzig Minuten später ruft Herr Mans zurück und bestätigt, dass es leider noch was dauern kann, da der Fahrer zwar an der richtigen Straße, aber leider im falschen Ort nach uns sucht. Er ist jetzt aber auf dem Weg. Herr Mans empfiehlt uns den Konsum von harten Alkoholika, um uns warm zu halten, da von uns ja keiner mehr fahren muss! Eine Dreiviertelstunde später kommt der Transporter auf die Tanke gefahren und hat sogar einen Anhänger dabei! Das Aufladen des Autos dauert dann nochmal, da der Fahrer nicht ganz mit der Technik vertraut ist. Aber letztendlich sitzen wir dann alle in diesem Transporter – der nur mäßig beheizt ist – und sind auf dem Weg nach Hause. Kurzfristig brechen wir nochmal in hysterisches Lachen aus, als sich auf der Autobahn ein Polizeiwagen vor uns setzt und ohne Not leicht bremst. Wir erwarten, dass das „Bitte folgen“-Schild aufleuchtet und wir die Nacht mit einer intensiven Polizeikontrolle beenden! Sind Zellen eigentlich geheizt? Aber unsere Freunde und Helfer lassen von uns ab, nachdem sie unser Gespann auf die erlaubten achtzig Stundenkilometer runtergebremst haben. Gegen sechs Uhr Sonntagmorgen treffen wir zu Hause ein, finden sogar einen Parkplatz für den kaputten Wagen und schicken unsere beiden Leidensgenossen mit einem Taxi auf die letzten Kilometer bis zu ihrem Zuhause. Herr und Frau Bauleiter sind heilfroh, dass sie für ihre Tochter für den Abend keinen Babysitter engagiert, sondern das Kind beim Patenonkel über Nacht deponiert hatten. Ich habe dann nur noch eine Wärmflasche und ein Kirschkernkissen ins Bett gelegt und bin mit meinem Angetrauten ins Koma gefallen.
Es ist jetzt Sonntagnachmittag, das Frühstück gegen Mittag ist schmal ausgefallen und jetzt verarbeite ich unsere nächtlichen Erlebnisse mit einem Blogeintrag. Der Bauleiter hat im Laufe der Nacht angekündigt, diverse Beschwerdebriefe zu verfassen. Zuerst war sein Gegner nur der etwas unorganisierte ADAC, aber auch die Polizei, die ARAL, und die Firma meines Mannes, die ja diesen italienischen Wagen als Firmenwagen zur Verfügung stellt, der im Lebensalter von anderthalb Jahren einen Turboladerschaden hat, werden Post von ihm bekommen. Ich bin sicher, er ist schon am Tippen. Das Porto wird ihn in die Schuldenfalle treiben…
Als Fazit dieser Nacht kann ich folgendes Zusammenfassen: Der Aszendent Waage wärmt nicht. Das Paradies leuchtet nicht blau. Gabeln sollten in jedem Auto zur Grundausstattung gehören. UND: Engel schlafen VIEL. Jedenfalls mehr als ihre Kunden.
Es ist wieder mal soweit: Bibliothek sucht Nachwuchs
Veröffentlicht in Bibliotheksalltag mit den Tags Bibliothek, FaMI, Vorstellungsgespräche am 29. Januar 2011 von charlystanteDas Jahr ist rum. Das bedeutet, dass ich wieder mal eine ganze Woche lang mit Kollegen in einem Raum gesessen habe, um Auszubildende zum Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung Bibliothek auszuwählen.
Diesmal waren 35 Personen (von 179 Bewerbungen) zum Vorstellungsgespräch geladen. Wie schon im Artikel vom letzten Januar beschrieben, hat dieser Personenkreis bereits einen Einstellungstest absolviert und bestanden.
Ich möchte hier heute nur von den „Highlights“ berichten, die mich teils fassungslos gemacht und teilweise erheitert haben. Und ich dachte, wir hätten schon alles in diesen Vorstellungsgesprächen erlebt und ich wäre abgehärtet. Weit gefehlt!
Eine Person hat im Gespräch über die Anforderungen an den Bewerber mehrfach ihre geschickten Hände erwähnt, was ich schon seltsam fand, da wir ja keinen Handwerker ausbilden wollen. Den Höhepunkt nahm die Geschichte dann aber als eben diese Person als kleine Schwäche „ungeschickte Füße“ beschrieb. Ich konnte das Lachen nicht unterdrücken…
Ein anderer Höhepunkt war die Antwort eines ausstudierten Bewerbers, der auf die Frage, warum er denn nicht in dem studierten Beruf arbeiten wolle, sondern noch eine Ausbildung in dieser völlig anderen Branche beginnen möchte. Er stellte dar, dass er in seiner Fachrichtung wohl nur als Dozent eine Berufsaussicht hätte und das würde ihn „intellektuell nicht stimulieren“!!! Da ist er bei uns ja genau richtig!!!
In dieser Situation hatte ich übrigens meine Mimik unter Kontrolle – ich war stolz auf mich!
Ein anderer konnte zur angestrebten Ausbildung keinerlei Angaben machen und begründete dies mit treuem Dackelblick, dass er unvoreingenommen und unbelastet in dieses Gespräch gehen wollte.
Eine junge Frau überraschte mit extrem bunten und wildem Outfit, mit Rock, Hose, Bluse, mehreren Ketten und riesige Ringen an den Händen und extrem fettigen Haaren.
Irritiert hat mich auch die Aussage einer Bewerberin, dass ihr die reizarme Umgebung einer Bibliothek persönlich entgegen komme.
Aber neben all diesen Seltsamkeiten bin ich ganz zufrieden mit den Ergebnissen der wie immer sehr anstrengenden Woche. Wir haben 13 geeignete Bewerber in der Favoritenliste, denen wir fast allen ein Infopraktikum im Hause ermöglichen und die dann – nach Bewährung im Praktikum – in der Reihenfolge des Rankings Einstellungsangebote bekommen. Vier werden es schaffen. Ich bin guter Dinge!