ich habe lange nichts von mir hören lassen. Ihr habt bestimmt geglaubt, ich sei schon wieder in Urlaub. Dem ist (leider) nicht so.
Im Moment bin ich mental und zeitlich total in die Idee, ein Haus zu kaufen, verstrickt. Der mir Angetraute und ich denken schon länger darüber nach, ein Haus zu kaufen. Ohne großen Druck haben wir immer mal wieder ein paar Immobilienangebote angeschaut und haben so unseren (meinen) Wunsch gefestigt, ein altes gebrauchtes Haus mit Garten zu kaufen, weil ich es mir überhaupt nicht vorstellen kann, in einem neu erschlossenen Wohngebiet in einem Neubau-Reihenhaus zu leben, welches, wenn man rein kommt, auf der einen Seite die 1/2 qm große Gästetoilette und auf der gegenüberliegenden Seite die Küche aufweist, dahinter dann das Wohnzimmer mit Blick auf den 30 qm großen Garten und Treppe ins Obergeschoß mit drei Zimmern und Badezimmer und darüber die Dachausbaureserve. Mag alles ganz praktisch sein – aber wenn ich praktisch veranlagt wäre, würde ich nicht in einer Bibliothek arbeiten
Zusätzlich hätte ich wahrscheinlich Probleme mit den ganzen jungen Familien, den Bobbycar-Parkplätzen und Familienkutschen um uns herum, die sich ja immer geballt in solchen Neubaugebieten befinden. Als Paar ohne Kinder – auch wenn wir Kinder mögen – ist das, glaube ich, schwer zu ertragen.
Jetzt hat man uns ein altes Haus angeboten, dass wahrlich nicht perfekt ist, aber mit seinem Charme und seinen Möglichkeiten uns in seinen Bann gezogen hat. Der Preis ist – nach Verhandlungen – durchaus annehmbar, die Bank hat grünes Licht für die Finanzierung gegeben, die Besitzer würden an uns verkaufen, das Grundstück ist wunderschön, das Haus so weit in Schuss, dass wir direkt einziehen könnten, die Nachbarin – die wir gestern (zufällig!!) vor dem Haus trafen, eine etwas geschwätzige, aber freundliche alte Dame. Das Dilemma, vor dem wir stehen, ist ein seltsames: Um dieses Haus ein Traumhaus nennen zu können – und nichts darunter streben wir an – müssten diverse Umbauten und Modernisierungen erfolgen. Wir scheuen nicht die Arbeit, auch wenn es bei zwei Voll-Berufstätigen natürlich nur am Wochenende oder im Urlaub möglich wäre; wir scheuen etwas den fortwährenden Dreck; wir gucken etwas mulmig auf die schwer einzuschätzenden Kosten für die Umbauten und versuchen deshalb verzweifelt, alle diese Ängste in den Griff zukriegen; mithilfe eines ausgeklügelten Logistikplanes die logische, zeitliche und finanzielle Reihenfolge festzulegen.
Mittlerweile sind wir bei Plan C angelangt, da Plan A und Plan B aufgrund von zu großer Dimension und zeitlichen Stress vor dem Einzug, ad acta gelegt werden mussten. Mein Göttergatte denkt und redet wo er geht und steht von nichts anderem mehr, hat alle Internetseiten zu den diversen Themen gelesen oder als Lesezeichen abgespeichert. Da gräbt er Sachen aus (guckst Du z.B. hier: www.dachmurks.de ), die mich – die ich eigentlich fest überzeugt von diesem Hauskauf bin – derart in Angst vor Überforderung versetzen, dass ich das ganze schon abblasen wollte. Meine bessere Hälfte hat dann aber ganz schnell bemerkt, dass es für die Sache nicht von Vorteil ist, wenn seine Frau hysterisch wird, und hat es durch leichte Veränderung des Grundumbaugedanken geschafft, dass wir beide wieder in die gleiche Richtung denken. Das ist sowieso eine nicht zu vernachlässigende Eigenschaft: Wenn einer von uns beiden mal zweifelt oder auch übers Ziel hinausschießt, ist der andere entweder der vertrauenswürdige Fels in der Brandung oder halt der Realistische und Bodenständige. Wir ergänzen uns da gut.
Also, wie es aussieht, werden wir wohl bald stolze Großgrundbesitzer mit anstrengenden Plänen für die Zukunft sein. Ihr werdet nicht drum herum kommen, Euch die weitere Entwicklung des ganzen Vorhabens anzuhören, da ich vorhabe – so ich meine Arme vor lauter Muskelkater noch zum Bedienen der Tastatur benutzen kann – hier weiter zum Thema zu schreiben. Bestimmt gibt es Hausbesitzer unter meiner Leserschaft, die mir vielleicht von ihrem aufregenden Hauskauf oder auch ihren Baukatastrophen berichten möchten. Denkt daran, wir sind Anfänger auf dem Gebiet und NOCH haben wir weder Notar- noch Kreditvertrag unterschrieben, also macht uns nicht unglücklich